Identity Compass - wissenschaftlich fundierte Metaprogramm-Analyse

von Jürgen Wulff, veröffentlicht im Jahr 2004

Dass wir Menschen Gewohnheitstiere sind, unsere Vorlieben haben und häufig nach bestimmten Mustern handeln, ist gemeinhin bekannt. Auch im NLP hat man dies erkannt und auch einen Namen für diese Muster gefunden: Metaprogramme. Lange Zeit waren Metaprogramme aber nicht hinreichend wissenschaftlich und es fehlte ein gesichertes Fundament, auf dem man aufbauen konnte. Der Identity Compass schließt diese Lücke.

Als Coach und Organisationsberater bin auch ich immer wieder mit der Tatsache konfrontiert worden, dass viele Probleme und Konflikte auf unterschiedlichen Metaprogrammen bei den Beteiligten basieren. Ich möchte hier erläutern, wie der Identity Compass, ein Produkt von Identity Compass Int’l GmbH, diese Arbeit verändert und erleichtert hat.

Im Grunde genommen ist der Identity Compass zunächst einmal nichts anderes als ein elektronischer Fragebogen, ein kleines Programm, das schnell auf jedem Windows-PC installiert ist und dem Klienten Fragen aus dem beruflichen Kontext stellt. Zu jeder Frage werden mehrere Auswahlmöglichkeiten angeboten, die mit einem oder mehreren Metaprogrammen, also Denkstrukturen, Denkmustern und Vorlieben in Verbindung stehen. Dabei wird jedes Metaprogramm mehrfach abgefragt, so dass sich ein verlässliches Bild der Metaprogramme des Klienten ergibt.

Nach dem Ausfüllen kann der Klient die Antwortdatei per E-Mail an den Berater schicken, oder aber, wenn dies vom Berater frei geschaltet wurde, die Auswertung direkt über das Internet vornehmen. Die Daten in der Antwortdatei sind dabei so verschlüsselt, dass es jedem Online-Banking-Programm zu Ehre gereicht. Die Auswertung über das Internet dauert nur einige Sekunden und der Klient kann die ermittelten Metaprogramme über den Identity Compass einsehen oder ausdrucken. Die Auswertung der Professional Edition des Identity Compass umfasst 30 DIN-A4-Seiten.

Hier setzt jetzt die Arbeit des Identity-Compass-Beraters an. Er erhält gleichzeitig mit dem Klienten per E-Mail die Auswertung zugeschickt und kann nun – und das ist das Know-how des erfahrenen Beraters – die einzelnen Metaprogramme in ein Verhältnis zueinander bringen. Da dies gelernt werden muss, ist vor Einsatz des Identity Compass als Berater eine entsprechende Schulung zu absolvieren, die regelmäßig angeboten wird.

An einem einfachen Beispiel soll nun verdeutlicht werden, wie manche Metaprogramme im Verhältnis zueinander stehen können und wie der Klient mit Hilfe des Beraters eine neue Strategie für sein Leben entwickeln kann.

Einzelauswertung: Beispiel Zeit- und Selbstmanagement

Eine 42-jährige Klientin wurde von Ihrem Vorgesetzten wegen Ihres mangelnden Zeit- und Selbstmanagements gerügt. Die Auswertung im Identity Compass ergab folgendes Bild:

Die Klientin hat ein starkes Interesse für Wissen. Zusammen mit dem Planungsstil Möglichkeiten kommt es dazu, dass sie immer wieder neue Projekte anfängt, die ihr neue Perspektiven eröffnen. Da sie aber verständlicherweise nie die Zeit aufbringen konnte, alles das zu Ende zu bringen, was sie an "Baustellen" angefangen hatte, türmten sich die unerledigten Dinge auf ihrem Schreibtisch und sie begann zunehmend die Orientierung zu verlieren. Dieses Muster war ihr durchaus bewusst, aber ihre starke reaktive Ausrichtung hinderte sie daran, das Übel anzupacken:

Die Klientin erkannte sich in den Strukturen wieder. Als Kernpunkt wurde das starke reaktive Verhaltensmuster ausgemacht und verdeutlicht, wie sie sich selbst in Ihren Möglichkeiten beschränkt, wenn sie auf diese Art und Weise ihre Arbeit gestaltet. Die Auswertung erlaubt dem Berater also auch, einfach Rapport über die Berücksichtigung der entsprechenden Metaprogramme des Klienten während der Beratung aufzubauen. Im Beispiel wurde der Klientin zudem deutlich, dass ein Zuviel an Möglichkeiten diese gleichzeitig wieder einschränken, weil sie zeitlich einfach nicht zu realisieren sind. Die neue Strategie der Klientin lautete: weniger ist mehr und lieber gewisse Dinge gleich anpacken, bevor sie noch mehr Arbeit verursachen. Dies wäre sicherlich auch in einer herkömmlichen Beratung zu ermitteln gewesen, nur gab es mit dem Identity Compass zwei wesentliche Vorteile: erstens die Schnelligkeit, mit der die Analyse betrieben werden konnte und zweitens die Fundiertheit des Ergebnisses, die für die Klientin ausgesprochen wichtig war, da sie so selbst einsehen konnte, was sie verändern musste (Metaprogramm internal).

Teamanalysen

Noch interessanter wird es, wenn die Profile von Menschen, die zusammen arbeiten, im Identity Compass analysiert werden. Gravierende Unterschiede in den Metaprogrammen der einzelnen Teammitglieder zueinander werden schnell deutlich. Um Teamkonflikte ohne Rückschlüsse auf die Teammitglieder ansehen zu können, ist es möglich, die Profile anonym zu laden. Für den Berater ist es dann leichter möglich, dem Team deutlich zu machen, dass Konflikte aufgrund der unterschiedlichen Strategien beim Herangehen an Probleme/Aufgaben/Ziele entstehen können. Der Identity Compass stellt die Verteilung der unterschiedlichen Metaprogramme optisch gut aufbereitet dar und erlaubt damit wirkliche "Einsichten".

Teamauswertung: Stellvertreterin mit Führungsanspruch

Das erste Beispiel zeigt die Konstellation einer Vorgesetzten mit ihrer Stellvertreterin, die erst wenige Wochen im Unternehmen war. Nach Analyse der Metaprogramme für die Zusammenarbeit sagte der Consultant der Vorgesetzten voraus, dass die Stellvertreterin ihr den Posten wohl innerhalb absehbarer Zeit streitig machen würde. Die zunächst erstaunte und zweifelnde Vorgesetzte konnte dies schon zwei Wochen später während eines Meetings hautnah erleben.

Welche Werte stützen nun die Aussage des Consultants? Dazu muss vorausgeschickt werden, dass sich durch die Kombination der 51 Subskalen des Identity Compass ein recht komplexes Bild ergibt, das hier aus Platzgründen nur in Ausschnitten wiedergegeben werden kann. Im Beispiel lohnt der Blick auf den Motivationsfaktor Einfluss. Wenn dieser zusammen mit dem Sinneskanal Fühlen stark ausgeprägt ist, weist dies auf Dominanz bei der entsprechenden Person hin. Das Streben nach Einfluss ist bei der Stellvertreterin stärker ausgeprägt als bei der Vorgesetzten.

Die Vorgesetzte

Die Stellvertreterin

Die entscheidenden Motivationsfaktoren für die Vorgesetzte sind dagegen Zuneigung und Erfolg. Diese Ergebnisse wurden durch weitere Subskalen gestützt.

Teamauswertung: Internes Reisebüro

Dass ein Team eben doch mehr ist als die Summe der Einzelnen ist am folgenden Beispiel eines internen Reisebüros gut abzulesen. Es zeigt zudem, dass es auch Gefahren in einem eng zusammen arbeitenden Team gibt.

Ein internes Reisebüro eines großen Konzerns arbeitet häufig unter dem Druck schnell wechselnder Anforderungen. Daher müssen die Mitarbeiter sehr flexibel reagieren. Der Einzelne wäre da schnell überfordert. Ein Blick auf die Flexibilität des Teams zeigt hier Erstaunliches:

Der Wert „Nutzung“ liegt im typischen Bereich von 60% bis 70%. Er besagt, wie sehr die einzelnen Metaprogramm-Ausprägungen vom Team im Durchschnitt genutzt werden. Der Wert „Präferenz“ allerdings, d.h. der über alle untersuchten Metaprogramme gemittelte Wert, wie sehr die eine oder andere Ausprägung innerhalb eines Metaprogramms bevorzugt wird, ist ungewöhnlich niedrig und auch niedriger als der für die meisten Team-Einzelmitglieder. Damit kann das Team auf alle Anforderungen flexibel reagieren, beispielsweise sowohl stark prozedural als auch optionsorientiert-kurzfristig arbeiten.

Wenn ein Team sehr eng zusammen arbeitet und der Einzelne seine eigenen Belange für das Team zurückstellt, besteht die Gefahr des Burnout. Eine Burnout-Gefahr kann im Identity Compass aus der Kombination der Denkstrukturen Motiv "Zuneigung", Referenz "External", Perspektive "Gegenüber" und Aufmerksamkeit "Andere" abgelesen werden. Wenn also jemand vor allem durch die Zuneigung anderer motiviert wird und stark von der Rückmeldung anderer abhängig ist, sich ständig in den anderen hineinversetzt und seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Bedürfnisse anderer konzentriert, dann wird es kritisch.

Ein Blick auf die Profile der Mitarbeiter dieses Teams zeigt, dass die Gefahr bei einigen Mitarbeitern gegeben ist und nur in einigen der oben genannten Strukturen. Am auffälligsten ist diese Ausprägung:

Ein Blick auf die Ergebnisse aus der JobMotivation (misst die Arbeitszufriedenheit) zeigt zudem ein insgesamt gutes Arbeitsklima mit einem unterdurchschnittlichen Wert an innerer Kündigung.

Ausblick

Nicht beschrieben wurden in diesem Artikel die PreScan-Edition, die nur ausgesuchte Metaprogramme untersucht, dafür aber zusätzlich die wichtigsten Hardfacts von Bewerbern erfragt, die PreScanPlus -Edition, die Online-Bewerbungen unterstützt, und die JobMotivation-Edition, deren wissenschaftlichen Grundlagen von Dr. David Scheffer entwickelt wurden. Die JobMotivation-Edition erlaubt die Zufriedenheit am Arbeitsplatz zu ermitteln. Untersuchte Parameter sind Autonomie versus Ohnmacht, Sicherheit versus Perspektivlosigkeit und Herausforderung versus Sinnlosigkeit. Die ersten Ergebnisse sind schon jetzt erstaunlich. Die Kombination von persönlichen Faktoren (Professional-Edition) und Arbeitsplatz-Zufriedenheit (JobMotivation-Edition) bringt eine Untersuchungsmethode, die weltweit einmalig ist.

Zusammenfassung der Vorteile

Der Identity Compass ist sicher kein Allheilmittel für alle Arten von Beratungen. Er hat jedoch eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten, die sehr attraktiv für Personalverantwortliche, Berater, Psychologen und auch Heilpraktiker sind, weil sie es erlauben, mit geringem Aufwand zu fundierten Ergebnissen zu kommen:

  • Schnelle Metaprogrammanalyse für die Bereiche Motivationsfaktoren, Motivationsverarbeitung und Informationsverarbeitung.
  • Reliabilität und Validität wissenschaftlich geprüft.
  • Der Berater kann den Rapport über die entsprechenden Metaprogramme noch besser aufbauen.
  • Für Einzelpersonen als auch Teamanalysen geeignet. - Auswertung der Stärke der Präferenzen und Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt.
  • Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Firmen: Auswahl externer und interner Bewerber, Ermittlung von Schulungsbedarf, Teamanalysen.

Den Identity Compass einsetzen

Wer den Identity Compass ausprobieren möchte, wende sich an den Autor oder suche über die Identity Compass-Website einen Consultant, der in seiner Nähe ist: www.identity-compass.com. Dort finden sich auch die Möglichkeiten, die Ausbildung zum Consultant zu absolvieren. Termine werden vom Hersteller, der Identity Compass Int’l GmbH, regelmäßig angeboten.